• Denkmäler für die ermordeten Juden von Winniza
In Winniza (ukrainisch: Winnyzja) am südlichen Bug erinnern mehrere Denkmale an die 1941 und 1942 von deutschen Einsatzgruppen ermordeten Juden der Stadt.
Bild:Winniza, o.D., Alte Ortsaufnahme mit der früheren Hauptsynagoge der Stadt, myshtetl.org
Winniza, o.D., Alte Ortsaufnahme mit der früheren Hauptsynagoge der Stadt, myshtetl.org

Bild:Winniza, 2017, Denkmal in Erinnerung an die ermordeten jüdischen Kinder, Stiftung Denkmal
Winniza, 2017, Denkmal in Erinnerung an die ermordeten jüdischen Kinder, Stiftung Denkmal
Winniza, am Ufer des Südlichen Bugs gelegen, wurde im 15. Jahrhundert gegründet. Die ersten Juden siedelten Anfang des 16. Jahrhunderts in der Stadt. 1897 zählte die Stadt etwa 11.690 Juden, was über 35 Prozent der Einwohner entsprach. Viele Juden kamen bei antijüdischen Pogromen am Anfang des 20. Jahrhunderts um.
Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Winniza etwa 33.000 Juden. Die deutsche Wehrmacht besetzte die Stadt am 19.7.1941. Zuvor hatten ungefähr 17.000 Juden aus Winniza fliehen können. Zusammen mit der Wehrmacht rückten Verbände der Einsatzgruppe C ein. Wenig später errichteten die Besatzer ein Ghetto für die jüdische Bevölkerung von Winniza. Im September 1941 erfolgten die ersten Massenerschießungen in Winniza: Das Polizeibataillon 304 erschoss am 5. September 1941 2.200 Juden, die Polizeibataillone 45 und 314 erschossen mindestens 18.000 Juden am 19. und 20. September. Ende 1941 wurde das Gebiet für »judenfrei« erklärt. Doch unzählige jüdische Facharbeiter aus Winniza und Umgebung mussten bis 1942 Zwangsarbeit beim Bau des Führerhauptquartiers »Wehrwolf« in der Nähe der Stadt leisten. Von ihnen wurden viele von der SS erschossen. Diejenigen, die die Selektionen überlebten, wurden in Arbeitslager deportiert.
Bild:Winniza, o.D., Alte Ortsaufnahme mit der früheren Hauptsynagoge der Stadt, myshtetl.org
Winniza, o.D., Alte Ortsaufnahme mit der früheren Hauptsynagoge der Stadt, myshtetl.org

Bild:Winniza, 2017, Denkmal in Erinnerung an die ermordeten jüdischen Kinder, Stiftung Denkmal
Winniza, 2017, Denkmal in Erinnerung an die ermordeten jüdischen Kinder, Stiftung Denkmal
Eine genaue Zahl der Opfer kann für Winniza nicht angegeben werden. Auch die Tatzeitpunkte und die beteiligten Dienststellen konnten nicht in allen Fällen ermittelt werden. Schätzungen zufolge wurden in Winniza mindestens 20.000 Juden ermordet, nach Angaben der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem sogar bis zu 26.000.
Bild:Vermutlich Winniza, um 1942, Erschießung eines ukrainischen Juden, Instytut Pamięci Narodowej
Vermutlich Winniza, um 1942, Erschießung eines ukrainischen Juden, Instytut Pamięci Narodowej

Bild:Winniza, 2017, Gedenkanlage, Stiftung Denkmal
Winniza, 2017, Gedenkanlage, Stiftung Denkmal
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges errichteten Angehörige ein Denkmal in der Maksimow-Straße in Erinnerung an die ermordeten Juden der Stadt. Es wurde mehrmals geändert, heute prangt an seiner Spitze ein Davidstern. Die ukrainische Inschrift lautet: »In Erinnerung an die Tausenden von Juden, die die Faschisten brutal zu Tode folterten, ab dem 19. September 1941«.
Heute ist das Denkmal Teil einer umzäunten Gedenkanlage mit mehreren Massengräbern und Denkmälern. Zwei davon sind den ermordeten jüdischen Kindern der Stadt gewidmet. Das älteste trägt die ukrainische Inschrift: »Während der Kriegsjahre zerstörten faschistische Henker an dieser Stelle die Hoffnung des jüdischen Volkes – Kinder 1941 – 1945«. Das neuere Denkmal stellt einen in der Mitte gespaltenen Marmorstein dar, in dessen Mitte eine Lücke in Form eines Davidsterns eingelassen ist. Die linke Seite trägt eine hebräische und die rechte eine ukrainische Inschrift.
In den letzten Jahren wurde auf dem Gelände ein weiteres Denkmal errichtet. Auf dem schwarzen Stein sind ein Davidstern und eine russische und ukrainische Inschrift eingraviert. Letztere erinnert an die ermordeten Juden der einzelnen Ortschaften aus der Region Winniza. Jährlich findet an den Denkmälern eine Gedenkfeier statt.
Auf dem Gelände der städtischen Ziegelei befindet sich seit 2008 das Museum der Organisation »Sochnut Ukraina«. Einer der Räume beschäftigt sich mit der Vernichtung der Juden von Winniza.
Anfang des 20. Jahrhunderts gab es 17 Synagogen in Winniza. Davon blieben lediglich die 1897 erbaute Synagoge »Lifschiza«, und die Synagoge in der Tscherwonochrestiwska-Straße erhalten.
Bild:Winniza, 2017, Denkmal für die ermordeten Juden der Stadt, Stiftung Denkmal
Winniza, 2017, Denkmal für die ermordeten Juden der Stadt, Stiftung Denkmal

Bild:Winniza, 2015, Die »Lifschiza«-Synagoge, Jewgennij Schnajder
Winniza, 2015, Die »Lifschiza«-Synagoge, Jewgennij Schnajder
Bild:Winniza, 2003, Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Ilja Grobman am Denkmal für die ermordeten Juden, Ilja Grobman
Winniza, 2003, Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Ilja Grobman am Denkmal für die ermordeten Juden, Ilja Grobman
Bild:Schtschitki bei Winniza, 2002, Einweihung des Denkmals für die ermordeten Juden, Ilja Grobman
Schtschitki bei Winniza, 2002, Einweihung des Denkmals für die ermordeten Juden, Ilja Grobman
Name
Pamjatniki ubitym ewrejam Winnizji
Telefon
+380 432 523 374
Fax
+380 432 523 374
Web
http://www.jewish.vinnitsa.com
E-Mail
jewish@vinnitsa.com
Öffnungszeiten
Die Denkmale sind jederzeit zugänglich